16.7.2026
Intune
Robert Kaiser

Microsoft Intune Erfahrungen: Praxis, Vorteile & Grenzen

Wie bewährt sich Microsoft Intune im Alltag? Als IT-Dienstleister richten wir Intune regelmäßig bei kleinen und mittleren Unternehmen ein und betreuen es im laufenden Betrieb. In diesem Beitrag teilen wir unsere Erfahrungen mit Microsoft Intune – was gut funktioniert, wo es hakt und worauf Sie bei der Einführung achten sollten.

Wenn Sie zunächst wissen möchten, was Intune grundsätzlich kann, lesen Sie unseren Beitrag Was ist Microsoft Intune?.

Kurz gesagt: Unsere Erfahrungen mit Microsoft Intune sind überwiegend positiv. Für Unternehmen, die ohnehin Microsoft 365 Business Premium oder E3 nutzen, ist Intune meist die naheliegende MDM-Lösung: Geräte lassen sich mit Windows Autopilot automatisch einrichten, Richtlinien zentral durchsetzen und unsichere Geräte per Conditional Access aussperren. Die Kehrseite sind eine komplexe Oberfläche, verzögerte Richtlinienanwendung und eine steile Lernkurve ohne saubere Planung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Microsoft Intune spielt seine Stärken vor allem in reinen Microsoft-365-Umgebungen aus.
  • Windows Autopilot und Conditional Access sind in der Praxis die größten Zeit- und Sicherheitsgewinne.
  • Richtlinien werden nicht sofort, sondern mit Verzögerung angewendet – das braucht Geduld beim Testen.
  • Für Apple-Geräte sind Apple Business Manager und ein jährlich zu erneuerndes APNs-Zertifikat Pflicht.
  • Eine gute Planung von Gruppen, Richtlinien und Rollen entscheidet über den Erfolg.

Warum wir auf Microsoft Intune setzen

Viele unserer Kunden standen vor derselben Herausforderung: Laptops, Smartphones und Tablets wurden manuell eingerichtet, Updates liefen unkontrolliert, und niemand wusste genau, welche Geräte auf Unternehmensdaten zugreifen. Spätestens mit Homeoffice und hybridem Arbeiten wurde klar, dass eine cloudbasierte Geräteverwaltung nötig ist.

Warum eine cloudbasierte Geräteverwaltung

Microsoft Intune verwaltet Geräte unabhängig vom Standort und benötigt keine eigenen Server. Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen MDM-Lösungen ist die Integration in Microsoft 365: Identitäten aus Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory), Conditional Access, Microsoft Defender und die Microsoft-365-Apps greifen nahtlos ineinander. Zudem ist Intune in Microsoft 365 Business Premium bereits enthalten – es entstehen also oft keine zusätzlichen Lizenzkosten.

Intune kombiniert Mobile Device Management (MDM) für Firmengeräte mit Mobile Application Management (MAM) für private Geräte:

FunktionVorteil
MDMZentrale Verwaltung von Geräten
MAMSichere Verteilung von Anwendungen
SicherheitsrichtlinienEinhaltung von Compliance-Anforderungen
Windows AutopilotAutomatische Einrichtung neuer Geräte

Erste Schritte mit der Plattform

Am Anfang jeder Einführung stehen dieselben Schritte: Benutzer- und Gerätegruppen in Microsoft Entra ID anlegen, Registrierungswege festlegen (Autopilot für Windows, Apple Business Manager für iPhones und Macs, Android Enterprise für Android) und erste Sicherheitsrichtlinien definieren. Das Microsoft Intune Admin Center ist übersichtlich aufgebaut, die Vielzahl an Einstellungen erschlägt Einsteiger aber schnell.

Unser Rat: Jede Richtlinie zuerst in einer Testumgebung verwenden und mit wenigen, gut getesteten Basisrichtlinien starten und diese schrittweise erweitern, statt gleich hunderte Einstellungen zu konfigurieren. Microsoft stellt dafür Sicherheitsbaselines bereit, die einen guten Ausgangspunkt bieten.

Microsoft Intune Verwaltung

Die Kernfunktionen von Intune im täglichen Einsatz

Im Alltag nutzen wir vor allem diese Funktionen von Microsoft Intune, um Geräte und Anwendungen unserer Kunden zu verwalten und abzusichern.

Mobile Device Management in der Praxis

Mit Mobile Device Management verwalten wir Firmengeräte vollständig. Bei Verlust oder Diebstahl lassen sie sich aus der Ferne sperren oder zurücksetzen, Kennwort- und Verschlüsselungsrichtlinien werden automatisch durchgesetzt.

Die MDM-Funktionen, die wir am häufigsten nutzen:

  • Geräteinventar mit Hardware, Betriebssystem und installierten Apps
  • Windows-Update-Ringe für kontrollierte Updates
  • Remote-Sperre, Zurücksetzen und „Autopilot Reset“ bei Mitarbeiterwechsel

App-Verwaltung und -Bereitstellung

Über Intune verteilen wir Anwendungen zentral – von den Microsoft-365-Apps über Store-Apps bis zu klassischen Win32-Programmen. Mitarbeitende können optionale Apps selbst über das Unternehmensportal installieren.

Die Vorteile der App-Verwaltung mit Intune:

  1. Zentrale Bereitstellung ohne manuelles Installieren
  2. App-Schutzrichtlinien für Unternehmensdaten auf privaten Smartphones
  3. Automatische Updates der Microsoft-365-Apps

Sicherheitsrichtlinien und deren Umsetzung

Sicherheitsrichtlinien sind das Herzstück jeder Intune-Umgebung. Wir setzen sie über Konfigurationsprofile, Endpoint-Security-Richtlinien und Compliance-Richtlinien um.

Typische Richtlinien in unseren Projekten:

  • Kennwort- und PIN-Regeln
  • Geräteverschlüsselung mit BitLocker oder FileVault
  • Firewall- und Microsoft-Defender-Konfiguration
  • Multi-Faktor-Authentifizierung über Conditional Access
cloud-basiertes management

Gerätekonfiguration und Compliance-Überwachung

Compliance-Richtlinien prüfen laufend, ob Geräte die Vorgaben erfüllen. In Kombination mit Conditional Access erhalten nicht konforme Geräte automatisch keinen Zugriff mehr auf E-Mails, Teams oder SharePoint – aus unserer Sicht eine der wirksamsten Sicherheitsmaßnahmen überhaupt.

Integration mit anderen Microsoft-Diensten

Die Integration mit Microsoft Entra ID, Microsoft Defender for Endpoint und Microsoft 365 ist der größte Pluspunkt von Intune. Benutzeridentitäten und Zugriffsrechte werden zentral verwaltet, Sicherheitswarnungen aus Defender fließen direkt in die Compliance-Bewertung ein. Mit Copilot in Intune lassen sich Richtlinien und Geräteprobleme inzwischen auch per KI analysieren.

Implementierung und Konfiguration in der Praxis

Eine erfolgreiche Einführung von Microsoft Intune folgt in unseren Projekten immer einem klaren Ablauf – von der Bestandsaufnahme bis zum vollständigen Rollout.

Planungsphase und Vorbereitung

Zuerst erfassen wir alle Geräte, Betriebssysteme und Anwendungen und klären die Sicherheitsanforderungen. Wichtige Fragen: Welche Geräte gehören dem Unternehmen, welche sind privat? Welche Apps werden benötigt? Muss der Betriebsrat eingebunden werden? Gerade beim Thema BYOD sollte transparent sein, welche Daten die IT sehen kann – mehr dazu im Beitrag Kann Microsoft Teams überwacht werden?.

Rollout-Strategie und Benutzerschulung

Wir führen Intune schrittweise ein: zuerst eine Pilotgruppe aus der IT und einigen erfahrenen Anwendern, dann Abteilung für Abteilung. Parallel erhalten Mitarbeitende kurze Anleitungen, etwa zur Registrierung ihres Smartphones über die Unternehmensportal-App.

Herausforderungen bei der Migration

Die größte Herausforderung ist meist die Migration bestehender Geräte. Bereits eingerichtete Windows-PCs müssen oft neu aufgesetzt oder per Hybrid Join angebunden werden, Geräte aus einer anderen MDM-Lösung erst dort abgemeldet werden.

  • Bestehende Geräte ohne Autopilot-Registrierung
  • Wechsel von älteren MDM-Lösungen wie AirWatch oder dem Configuration Manager
  • Akzeptanz der Mitarbeitenden bei privaten Geräten

Automatisierung von IT-Prozessen

Nach der Einführung zeigt sich der größte Nutzen: Neue Mitarbeitende erhalten ihr Gerät direkt vom Händler und sind nach der ersten Anmeldung arbeitsfähig. Updates, App-Verteilung und Sicherheitsrichtlinien laufen automatisch – die IT muss nur noch Ausnahmen bearbeiten.

Anpassung an die Unternehmensbedürfnisse

Über Gruppen, Filter und Bereichsmarkierungen lassen sich Richtlinien für einzelne Abteilungen, Standorte oder Gerätetypen anpassen. So kann die Buchhaltung strengere Regeln erhalten als der Außendienst.

Vorteile und Herausforderungen mit Intune im Unternehmensalltag

Nach vielen Projekten ziehen wir eine ehrliche Bilanz mit Vor- und Nachteilen.

Was uns besonders überzeugt

  • Windows Autopilot: Geräte werden ohne manuelles Aufsetzen ausgerollt.
  • Conditional Access: Nur sichere, verwaltete Geräte erhalten Zugriff auf Unternehmensdaten.
  • Integration: Nahtloses Zusammenspiel mit Microsoft 365, Entra ID und Defender.
  • Lizenzierung: In Microsoft 365 Business Premium bereits enthalten.

Wo wir Verbesserungspotenzial sehen

Intune ist nicht perfekt. Diese Schwächen begegnen uns regelmäßig:

  • Verzögerungen: Richtlinien werden nicht sofort angewendet, Geräte melden sich nur in Intervallen – beim Testen kostet das Zeit.
  • Komplexität: Viele Einstellungen sind an mehreren Stellen möglich, Konflikte zwischen Richtlinien sind schwer zu finden.
  • Reporting: Die Standardberichte und das Monitoring sind begrenzt, erweiterte Analysen erfordern Zusatzlizenzen der Intune Suite.
  • Apple und Linux: Die Verwaltung von macOS und Linux ist weniger ausgereift als bei Windows.

Als Microsoft Intune Alternativen kommen etwa Jamf für reine Apple-Umgebungen, Ivanti (ehemals MobileIron), Omnissa Workspace ONE oder das deutsche AppTec360 in Frage – vor allem, wenn kein Microsoft 365 im Einsatz ist.

Kostenfaktor und Return on Investment

Die Kosten für Microsoft Intune hängen von der Lizenz ab. Intune Plan 1 ist in Microsoft 365 Business Premium, E3 und E5 enthalten, einzeln kostet es rund 8 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Seit Juli 2026 bringen E3 und E5 zusätzliche Funktionen der Intune Suite mit.

Der Return on Investment ergibt sich vor allem aus eingesparter Zeit bei der Geräteeinrichtung, weniger Supportanfragen und einem geringeren Sicherheitsrisiko. Welche Lizenz passt, erklären wir im Beitrag Microsoft-Lizenzierung.

Unsere Tipps aus der Praxis

  1. Mit Microsoft-Sicherheitsbaselines starten und nur gezielt anpassen.
  2. Neue Richtlinien immer zuerst an einer Pilotgruppe testen.
  3. Das APNs-Zertifikat für Apple-Geräte rechtzeitig vor Ablauf erneuern.
  4. Neue Windows-Geräte direkt beim Händler für Autopilot registrieren lassen.
  5. Rollen und Berechtigungen im Admin Center sauber trennen.

Fazit: Lohnt sich Intune für die moderne IT-Verwaltung?

Unsere Erfahrungen mit Microsoft Intune sind klar: Für Unternehmen mit Microsoft 365 ist Intune die naheliegende und meist wirtschaftlichste MDM-Lösung. Autopilot, Compliance-Richtlinien und Conditional Access erhöhen die Sicherheit spürbar und entlasten die IT.

Die Einführung sollte aber gut geplant sein – mit klaren Richtlinien, einer Pilotphase und transparenter Kommunikation gegenüber den Mitarbeitenden. Dann lohnt sich Intune auch für kleine Unternehmen.

Sie möchten Microsoft Intune einführen oder Ihre bestehende Umgebung optimieren? Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gern.

Microsoft Intune ist ein Cloud-Dienst für die Verwaltung von Geräten und Apps. Geräte werden bei Intune registriert, erhalten zentral Richtlinien, Apps und Updates und melden ihren Compliance-Status. Zusammen mit Microsoft Entra ID steuert Intune, welche Geräte auf Unternehmensdaten zugreifen dürfen.

Mitarbeitende können sicher von überall arbeiten, weil Firmen- und private Geräte einheitlich abgesichert sind. Auf privaten Smartphones schützen App-Schutzrichtlinien die Unternehmensdaten, ohne das ganze Gerät zu verwalten.

Wir empfehlen vier Schritte: Bestandsaufnahme der Geräte und Apps, Konzept mit Gruppen und Richtlinien, Pilotphase mit einer kleinen Nutzergruppe und anschließend den schrittweisen Rollout mit kurzen Anleitungen für die Mitarbeitenden.

Intune setzt Verschlüsselung, Kennwortregeln und Updates durch und prüft laufend die Compliance der Geräte. In Kombination mit Conditional Access erhalten unsichere oder nicht verwaltete Geräte automatisch keinen Zugriff auf E-Mails und Dateien.

Eine große: Mit Windows Autopilot richten sich neue Geräte bei der ersten Anmeldung selbst ein, Apps und Updates werden automatisch verteilt. Die IT muss sich nur noch um Ausnahmen kümmern.

Aus unserer Erfahrung sind die größten Nachteile die komplexe Oberfläche, die verzögerte Anwendung von Richtlinien und begrenzte Standardberichte. Die Verwaltung von macOS und Linux ist zudem weniger ausgereift als bei Windows.

Intune Plan 1 ist in Microsoft 365 Business Premium, E3 und E5 enthalten. Als Einzellizenz kostet es rund 8 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Zusatzfunktionen wie Remote Help oder Endpoint Privilege Management gibt es über die Intune Suite, seit Juli 2026 teilweise auch in E3 und E5.

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